Wenn man heute über die großen Konsolen der Geschichte spricht, fällt der Name GameCube selten zuerst. Die PS2 dominierte die Ära, die Xbox etablierte sich als ernstzunehmender Konkurrent – und der GameCube? Verkaufte sich mäßig, galt als Nischenkonsole, und wurde von Nintendo selbst nie so richtig in den Vordergrund gestellt. Und trotzdem – wer damals dabei war, weiß: der GameCube war etwas Besonderes.
Ein Controller für die Ewigkeit
Fangen wir dort an wo jede Diskussion über den GameCube eigentlich anfangen muss: dem Controller. Dieser merkwürdig geformte, asymmetrische, farbenfrohe Controller der auf den ersten Blick aussieht als hätte jemand das Design einer Spielzeugkonsole auf ernste Hardware übertragen. Und der sich beim Spielen anfühlt wie nichts anderes. Die großen Buttons, das präzise Steuerkreuz, der Analogstick der exakt dort sitzt wo der Daumen hingehört – der GameCube-Controller ist bis heute einer der ergonomisch durchdachtesten Controller die je gebaut wurden. Kein Zufall, dass er auch Jahrzehnte später noch als Referenz gilt.
Die Spiele, die niemand vergisst
Luigi’s Mansion war ein Launchtitel und hätte eigentlich ein Mario-Spiel sein sollen. Stattdessen bekamen wir Luigi – nervös, zögerlich, mit einem Staubsauger bewaffnet – der durch ein Geisterhaus schleicht und dabei mehr Persönlichkeit versprüht als viele Hauptcharaktere anderer Spiele. Luigi’s Mansion war frisch, witzig und technisch für die damalige Zeit beeindruckend. Es hat dem GameCube einen Ton gegeben der die ganze Ära prägte.
Donkey Kong Jungle Beat ist ein Spiel das man erlebt haben muss. Gespielt mit den Bongo-Controllern – ja, echten Bongos – entwickelte es einen Rhythmus und ein Spielgefühl das vollkommen einzigartig war. Es war laut, es war bunt, es war physisch. Und es machte einfach irrsinnig viel Spaß.
Dragon’s Lair 3D wiederum zeigte eine andere Seite des GameCube – dass die Konsole für Abenteuer stand, für Spiele die eine Welt aufbauten und den Spieler darin verschwinden ließen. Eine Welt aus mittelalterlichem Flair, Humor und Herausforderung die bis heute in Erinnerung bleibt.
Warum er unterschätzt wurde
Der GameCube war seiner Zeit in mancher Hinsicht voraus – und in anderer Hinsicht einfach stur. Kein DVD-Playback, proprietäre Mini-DVDs, ein Handle an der Rückseite das nie wirklich genutzt wurde. Nintendo hat Entscheidungen getroffen die den GameCube kommerziell geschwächt haben.
Aber kommerzieller Erfolg und Qualität sind zwei verschiedene Dinge. Der GameCube hatte eine Bibliothek die dicht war – wenige schlechte Spiele, viele großartige. Er hatte einen Controller der bis heute Maßstäbe setzt. Und er hatte eine Persönlichkeit die unverwechselbar war.
Wer heute einen GameCube auspackt und einschaltet, merkt schnell: dieser Startbildschirm, dieser Sound, dieses Gefühl. Manche Dinge altern nicht.
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Guter Beitrag! Eine sehr unterschätzte Konsole!